Welche Kosten entstehen bei einem Kredit ohne Schufa?

Um später nicht von den Zahlen überrascht zu werden, sollte man sich bei jedem Kredit vorher genauestens über die Kosten informieren. Das gilt umso mehr bei Krediten ohne Schufa, die im Schnitt teurer sind als der Ratenkredit von der Hausbank um die Ecke. Doch mit welchen Kosten muss bei der schufafreien Kreditvariante überhaupt gerechnet werden?

Anfrage und Angebot

Für die Anfrage und das Angebot zahlen Verbraucher auch bei einem Kredit ohne Schufa keinen Cent. Zumindest dann nicht, wenn sie sich an einen seriösen Kreditvermittler gewandt haben. Derlei Vorkosten sind typische Merkmale für die schwarzen Schafe der Branche. Soll nur dafür, dass der Antrag verschickt wird, oder für eine erste Kreditofferte bereits das Portemonnaie gezückt werden, lässt man besser die Finger davon.

Zinsen

Liegt das Angebot vor, müssen darin alle Kostenstellen genannt sein. Diese vorvertragliche Informationspflicht basiert auf der EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Interessenten haben so die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild vom Kredit und den Kosten zu machen. Wichtigster Aspekt sind dabei zweifelsohne die Zinsen. Sie machen den Großteil der Kosten aus, die für einen Kredit ohne Schufa aufgebracht werden müssen. Wichtig ist dabei vor allem der effektive Zinssatz. Nur anhand dieses Wertes können mehrere Kredite miteinander verglichen werden.

Bearbeitungsgebühren

Während die Zinsen ein relativ klar definierter Posten sind, wird es bei den Bearbeitungsgebühren heikel. Laut Urteil des Oberlandesgerichtes Dresden (Aktenzeichen 8 U 662/11) sind derlei Gebühren nicht zulässig. Andererseits gestattet der Gesetzgeber Kreditvermittlern, mit dem Darlehensnehmer zu vereinbaren, dass entstandene, erforderliche Ausgaben erstattet werden. Das geht aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) Paragraf 655d vor. Diese Passage wird von Verbraucherzentralen immer wieder moniert. Sie verlangen, dass nur dann ein Anspruch auf ein Entgelt besteht, wenn auch tatsächlich ein Vertrag zustande kommt.

Vermittlungsprovision

Diese Vorschrift gilt bereits für die Provision, die der Vermittler erhält. „Der Verbraucher ist zur Zahlung der Vergütung nur verpflichtet, wenn infolge der Vermittlung oder des Nachweises des Darlehensvermittlers das Darlehen an den Verbraucher geleistet wird und ein Widerruf des Verbrauchers […] nicht mehr möglich ist“, heißt es in Paragraf 655c des BGB. Über die Höhe der Provision muss das Unternehmen den Kunden – wie bereits erwähnt – vorab informieren. Auch diesbezüglich lohnt es sich durchaus, mehrere Angebote zu vergleichen.