Finger weg: Die Maschen unseriöser Vermittler

Der Kreditmarkt ist im Laufe der vergangenen Jahre spürbar gewachsen und mit ihm die Nischen, in denen sich die schwarzen Schafe ausbreiten. Ihr Ziel: Sie wollen an das Geld ihrer arglosen Opfer. Ist die Kasse erst einmal voll, verschwinden sie auf Nimmerwiedersehen, um nach ein paar Monaten unter anderem Namen wieder aktiv zu werden. Dazu bedienen sie sich unterschiedlichster Maschen, von denen viele bereits hinlänglich bekannt sind. Die Verbraucherzentralen warnen nicht grundlos davor, allzu schillernden Offerten blindlings zu vertrauen. Hier gilt vielmehr: Augen auf, an wen man sich in Kreditfragen wendet. Wir nennen die gängigen Betrugsmaschen, damit den schwarzen Schafen nach und nach das Wasser abgegraben wird.

Kostenpflichtige Servicehotline: In Kleinanzeigen in Tageszeitungen und auf diversen Internetseiten schalten die Betrüger Werbung. Sie versprechen günstige Kredite ohne Schufa. Interessenten müssen nur ihre Chance ergreifen und anrufen. Bei der Telefonnummer handelt es sich dann in der Regel um eine kostenpflichtige Servicehotline mit einer deutschen – zum Beispiel 0900 – oder einer ausländischen Vorwahl. Wer sich von den Angeboten blenden lässt und zum Telefonhörer greift, zahlt minutenweise und wird möglichst lange in der Leitung gehalten. Zum Teil werden Adressdaten abgefragt, die später für Werbezwecke verkauft werden. Zum Teil wird der Kunde in ein belangloses Beratungsgespräch verwickelt. Das Ergebnis ist immer gleich: Es gibt keinen Kredit, dafür aber eine horrende Telefonrechnung.

Kostenpflichtiger Kreditantrag: Richtig teuer werden kann es, wenn die Anbieter bereits für den Versand der Kreditunterlagen eine Rechnung ausstellen. Wer sich auf eine der Anzeigen meldet, wird darüber informiert, dass für den Aufwand und die Unterlagen ein Betrag x verlangt werden müsse. Um den Interessenten zu beruhigen und Seriosität vorzugaukeln, heißt es mitunter, die Pauschale werden später mit den Kreditraten oder der Provision verrechnet. Verschickt werden die Papiere dann in der Regel per Nachnahme oder nur gegen Vorabüberweisung. Der Kunde erhält zwar einen Brief und auch viele Formulare. Doch selbst, wenn man sich die Mühe macht und alles ordnungsgemäß ausfüllt, herrscht anschließend Funkstille. Zudem muss damit gerechnet werden, dass die Kontaktdaten für weitere Werbezwecke missbraucht werden.

Kredit nur bei Abschluss einer Versicherung: Wer einen Kredit ohne Schufa beantragt, hatte oder hat in der Regel finanzielle Schwierigkeiten. Das machen sich Kreditbetrüger zunutze. Sie verweisen auf die schlechte Bonität und haben gleich den passenden Tipp parat. Den Antragstellern wird empfohlen, eine Lebens- oder Rentenversicherung abzuschließen. Dadurch würden zusätzliche Sicherheiten geschaffen, die sich positiv auf die Kreditentscheidung auswirken. Mit der Unterschrift auf dem Versicherungsvertrag hat der Vermittler seine Provision verdient und der Kunde eine weitere finanzielle Verpflichtung. Dass auch in dem Fall der Kredit abgelehnt wird, sollte nicht verwundern. Übrigens: Bereits mehrere Gerichte haben geurteilt, dass es nicht statthaft ist, den Interessenten Zusatzverträge unterzujubeln.

Bearbeitungsgebühren: Dass auch Kreditvermittler von ihrer Arbeit leben müssen, versteht sich. Allerdings dürfen sie erst dann eine Rechnung schreiben, wenn der Kredit tatsächlich vermittelt wurde. Schwarze Schafe halten ihre Kunden bisweilen Ewigkeiten hin, versprechen immer wieder, dass der Vertrag kurz davor steht, in trockene Tücher gebracht zu werden. Später folgt dann die Absage, der auch gleich eine Forderung beiliegt. Telefonate, Kopien, Belege, Beratung – jeder Handschlag wird für die Opfer zur Kostenfalle. Viele trauen sich nicht oder haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Betroffene sollten sich umgehend an eine Verbraucherzentrale wenden.