B E H M N O P R S

Bürgschaft

Reicht das eigene Sicherheitspolster für den gewünschten Kredit nicht aus, kann es unter Umständen mit einer Bürgschaft unterfüttert werden. Dazu muss der Kreditnehmer einen Bürgen stellen, der sich der Bank gegenüber verpflichtet, für die Verbindlichkeiten – sprich: die Kreditraten bzw. die Restschuld – aufzukommen, sollte der eigentliche Vertragspartner dazu nicht mehr in der Lage oder willens sein.

Bürgschaften nicht unüberlegt eingehen

Solange der Hauptschuldner seinen Pflichten nachkommt, handelt es sich bei der Bürgschaft lediglich um eine kostenpflichtige Formsache. Sie schwebt allerdings so lange über dem Bürgen, bis der Kreditvertrag endet. Kommt es zwischenzeitlich zu Zahlungsschwierigkeiten seitens des Kreditnehmers, wendet sich die Bank umgehend an den Bürgen. Dann wird aus einer meist als Freundschaftsdienst gedachten Unterschrift schnell eine teure Verpflichtung. Deshalb sollte eine Bürgschaft niemals unüberlegt eingegangen werden. Sie kann einen Bürgen unter Umständen bis in die Überschuldung treiben. Banken und Verbraucherschutz erklären nicht grundlos: „Bürgen soll man würgen.“

Formvorschriften für den Bürgschaftsvertrag

Wenn man sich dazu durchgerungen hat, eine Bürgschaft einzugehen, reicht nicht einfach nur das Wort. Für eine Bürgschaft gelten klare Richtlinien, die unter anderem im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert sind. Paragraf 766 (Schriftform der Bürgschaftserklärung) bezieht sich auf die Formalien, sofern es sich beim Bürgen nicht um einen Vollkaufmann, sondern um eine Privatperson handelt: „Zur Gültigkeit des Bürgschaftsvertrags ist schriftliche Erteilung der Bürgschaftserklärung erforderlich. Die Erteilung der Bürgschaftserklärung in elektronischer Form ist ausgeschlossen. Soweit der Bürge die Hauptverbindlichkeit erfüllt, wird der Mangel der Form geheilt.“ Im Vertrag müssen sowohl die Hauptschuld, also der eigentliche Kreditbetrag, der Bürgschaftsbetrag und der Name des Hauptschuldners genannt sein.

Sittenwidrige Bürgschaften

Als Bürge kommt dabei so ziemlich jede Person aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis infrage, die bereit ist, den Bürgschaftsvertrag zu unterschreiben und notfalls für die Verbindlichkeiten zu haften. Leicht ist es ganz gewiss nicht, einen Bürgen zu finden, zumal es sich immer um eine Verpflichtung handelt. Hinzu kommt, dass eine Bürgschaft teilweise auch als sittenwidrig eingestuft werden kann. Das gilt zum Beispiel, wenn der Bürge sich durch die Zahlungsaufforderung der Bank völlig übernehmen würde oder die Bürgschaft aus einer emotionalen Verbundenheit heraus zustande kam. Wenn der Bürge im Ernstfall – Verbraucherschützer sprechen vom Kredit-GAU (GAU: größter anzunehmender Unfall) – rechtliche Schritte gegen die Bank einleitet, achten die Gerichte inzwischen genauer darauf, ob die Bürgschaft rechtens ist. Wer sich nicht sicher ist, ob die Klauseln in einem Bürgschaftsvertrag dem gelten Recht entsprechen, sollte sich Hilfe bei einer Verbraucherzentrale holen. Denn eine Bürgschaft ist, man kann es nicht oft genug wiederholen, kein Pappenstiel.