B E H M O P R S

Negativmerkmal

Ein Negativmerkmal entspricht dem, was gemeinhin als „negativer Schufa-Eintrag“ bezeichnet wird. Ein solches Merkmal steht für ein nicht vertragskonformes Verhalten und signalisiert der Bank bzw. dem Kreditvermittler, dass der Kunde sich in der Vergangenheit nicht an die Spielregeln gehalten hat.

Die Konsequenz: Taucht ein Negativmerkmal in der Schufa-Akte auf, lehnen Banken einen Kreditantrag grundsätzlich ab. Gleiches gilt für Vertragsanfragen bei Mobilfunkprovidern sowie bei Ratenzahlungsvereinbarungen im Möbelhaus und bei Versandhändlern. Auch bei der Suche nach einer Wohnung kann sich ein Negativmerkmal schnell als Ausschlusskriterium erweisen. Ein negativer Schufa-Eintrag hat somit weitreichende Konsequenzen in vielen Lebensbereichen. Im Kreditgeschäft bleibt als Ausweg nur der Kredit ohne Schufa, der ausschließlich von Kreditvermittlern realisiert wird.

Gründe für Negativmerkmale

Ursache dafür, dass ein negatives Merkmal in der Schufa-Akte vermerkt wird, ist immer ein Fehlverhalten des Kunden. Das kann eine seitens der Bank gekündigte Kreditkarte sein, nicht bezahlte Kreditraten oder eine mehrfach angemahnte und nicht beglichene Rechnung. Wichtig: Für einen negativen Eintrag muss nicht die Zustimmung der jeweiligen Person eingeholt werden, wie es sonst bei Verträgen üblich ist, Stichwort Schufa-Klausel.

Hier die wichtigsten Negativmerkmale, die von der Schufa gespeichert werden.

  • Die Kreditkarte wurde wegen einer missbräuchlichen Nutzung eingezogen (Kürzel: CE)
  • Die betroffene Person musste die eidesstattliche Versicherung abgeben (EV).
  • Ein Haftbefehl zur Erzwingung der eidesstattlichen Versicherung (HB).
  • Kündigung eines Kreditvertrages aufgrund von Zahlungsverzug (KU).
  • Eine erfolglose Pfändung (FP).
  • Das Girokonto wurde von der Bank wegen Missbrauchs aufgelöst (GK).
  • Gerichtliche Verfügung einer Lohnpfändung (LP).
  • Eine Lohnpfändung, die auf einer Abtretung beruht (z.B. aus einem Kreditvertrag) (LZ).
  • Beantragung des Erlasses für einen Mahnbescheid bei einer unbestrittenen Forderung (MB).
  • Forderungsrückstand trotz Zwangsmaßnahmen wie Pfändung/Zwangsvollstreckung (RU).
  • Ein nicht gedeckter Scheck wurde zurückgegeben (RS).
  • Scheckkartenmissbrauch (SM).
  • Es liegt ein Vollstreckungsbescheid vor (VB)
  • Zwangsvollstreckung (ZW).
  • Eine ausgeklagte Forderung ist uneinbringlich (UF).
  • Wechselprotest (PR).

Löschung von Negativmerkmalen

Ein Negativmerkmal kann man nur dann aus der Akte löschen lassen, wenn es nachweislich falsch ist. Dazu muss der Betroffene Kontakt zur Schufa aufnehmen und die entsprechenden Belege beifügen – idealerweise als beglaubigte Kopie. Der Vorgang wird dann entsprechend geprüft und der Eintrag bei einem berechtigten Einwand gelöscht. Ansonsten gelten die Speicherfristen der Schufa Holding AG. Informationen zu nicht vertragsgemäß abgewickelten Geschäften werden zum Beispiel auch nach deren Erledigung erst zum Ende des dritten Jahres ab Aufzeichnung aus der Akte entfernt.