Sind alle Schufaeinträge negativ?

Kaum ist die Rede von einem Schufa-Eintrag, assoziieren viele den Begriff mit negativen Eigenschaften und setzen ihn mit einem Makel gleich. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn es wird zwischen zwei Arten von Einträgen unterschieden: Positiv- und Negativmerkmale. Ein Schufaeintrag muss also nicht zwangsläufig negativ sein, sondern hat in der Regel einen durchaus positiven oder zumindest einen „informellen“ Charakter. Das bestätigen auch die Zahlen der Schufa. Von den über 66 Millionen Personen, zu denen 514 Millionen Informationen gespeichert sind, haben nur neun Prozent ein Negativmerkmal in ihrer Akte. Alle anderen stehen zwar in der Schufa, allerdings ausschließlich im positiven Sinne.

Positivmerkmale

Der Unterschied zwischen positiv und negativ, wie er von der Schufa und ihren Vertragspartnern definiert wird, ist relativ leicht erklärt. Als positiv gelten laut Schufa alle Informationen, „die zeigen, dass jemand wirtschaftlich aktiv ist und dabei zuverlässig und umsichtig handelt“. Kurzum: Wer seine Verträge ordnungsgemäß erfüllt, ob Kredit- oder Mobilfunkvertrag, und seine Rechnungen pünktlich bezahlt, in dessen Akte finden sich ausschließlich Positivmerkmale. Sie signalisieren den Partnern der Schufa, dass die Person kreditwürdig ist und es in der Vergangenheit keinerlei Probleme gegeben hat. Die Schufa nennt dazu einige Beispiele: Wer bereits Inhaber einer Kreditkarte ist, genießt damit das Vertrauen des jeweiligen Anbieters, und wer eine Finanzierung vertragsgerecht zurückgezahlt hat, beweist, dass er seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt.

Negativmerkmale

Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe negativer Schufaeinträge bzw. Negativmerkmale, die in einer Akte auftauchen können. In dem Fall schaltet die Ampel gewissermaßen von Grün auf Rot und wird aus einem ursprünglich positiven ein negativer Eintrag. Das trifft zum Beispiel auf einen gekündigten Kredit zu. Solange die Raten überwiesen werden, steht das Darlehen für ein Positivmerkmal. Meldet die Bank nun aber, dass der Kunde mit der Ratenzahlung längere Zeit in Rückstand ist und der Vertrag daraufhin aufgelöst wurde, handelt es sich um ein Negativmerkmal. Die Schufa spricht dann von einem nicht vertragsgemäßen Verhalten. Gleiches gilt, wenn Rechnungen nicht beglichen werden. Darüber hinaus zählen auch die Informationen aus den öffentlichen Schuldnerverzeichnissen als Negativmerkmale.