Was ist ein Score?

Die Schufa arbeitet unter anderem mit Scores bzw. dem Scoring-Verfahren. Doch was verbirgt sich hinter diesem ominösen Scoring? Übersetzt aus dem Englischen steht der Begriff für Rechnen, Einstufen oder schlichtweg „Punkte machen“. In der Praxis handelt es sich um ein – zugegebenermaßen kompliziertes – mathematisch-statisches Verfahren zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten künftiger Ereignisse. Überspitzt formuliert: Der Score dient den Vertragspartnern der Schufa gewissermaßen als Glaskugel.

Scoring: Wahrscheinlichkeiten berechnen

Scoring beschränkt sich allerdings nicht nur auf das Kreditgeschäft. Auf für Wettervorhersagen und im Versicherungswesen, insbesondere im Rahmen der Kfz-Versicherung, werden Scoring-Verfahren angewandt. Die Basis für den Score bilden jeweils Datenerhebungen und Analysen, wobei die Schufa auf ihren eigenen Datenbestand zurückgreifen kann. Wie genau die Auskunftei die Scores ermittelt, bleibt jedoch ihr Geheimnis. Dass alles mit rechten Dingen zugeht und nicht nach Gutdünken gerechnet wird, bestätigen das Institut für Statistik an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und auch das Statistische Bundesamt.

Erfüllungswahrscheinlichkeit und Risikoquote

Das Ergebnis der Berechnungen wird als Prozentwert ausgegeben. Bezogen auf das Kreditgeschäft gibt er an, wie wahrscheinlich es ist, dass der Antragsteller den Kredit vertragsgemäß zurückzahlt. Angenommen, die Schufa-Akte weist einen Score von 95 Prozent aus, heißt das für die Vertragspartner, dass der Kunde zu 95 Prozent keine Probleme bereitet bzw. 95 von 100 Personen ihren Verpflichtungen zuverlässig nachkommen. Die Schufa spricht von einer 95-prozentigen Erfüllungswahrscheinlichkeit. Im Umkehrschluss steht ein Score von 95 Prozent somit für eine Risikoquote von fünf Prozent.

Scoring für schnelle Entscheidungen

Für die Schufapartner hat das Scoring-Verfahren den Vorteil, dass sie auf einen Blick erkennen können, ob der Kunde kreditwürdig ist oder ob es Probleme geben könnte. Daraus lässt sich das Ziel des Scorings ableiten: Es dient als schnelle und sichere Entscheidungshilfe. Zudem erlaubt der Score Banken und Kreditvermittlern, kostengünstig zu arbeiten. Doch auch die Kunden profitieren davon, dass ein Score berechnet wird. Ohne dieses Verfahren wäre es kaum möglich, Sofort- oder Schnellkredite zu realisieren. Denn die unverbindliche Vorabzusage basiert in den meisten Fällen auf dem Scorewert.

Branchenspezifische Scores

Um den unterschiedlichen Spielregeln der einzelnen Branchen gerecht zu werden, gibt es nicht nur einen Score, sondern mehrere branchenspezifische Scores. Dazu erklärt die Schufa: „Die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person ihren Kredit zur Finanzierung eines Hauses zurückzahlen wird, kann zu einem anderen Score führen als die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Raten einer Bestellung im Versandhandel termingemäß beglichen werden.“ Verbraucher erhalten allerdings keinen Einblick in die Branchenscores. Stattdessen sehen sie den sogenannten Schufa-Basisscore, der unabhängig von Branchen ermittelt wird. Die Auskunftei spricht von einem „Orientierungswert“.