Wozu dient das repräsentative Beispiel?

Mit dem günstigsten Kreditzins zu werben, um sich positiv von der Masse abzuheben und möglichst viele Kunden anzusprechen, war bei vielen Banken gängige Praxis. Sie nannten lediglich einen Ab-Zins, der zwar nicht aus der Luft gegriffen war, im normalen Kreditgeschäft aber nur äußerst selten Anwendung fand. Mit der Verbraucherkreditrichtlinie wurde diesem Gebaren ein Riegel vorgeschoben. Seither müssen realistische Werte genannt werden, die auf die Mehrheit der Kunden zutreffen. Ergänzt werden diese Pflichtangaben um ein repräsentatives Beispiel, das es Interessenten leichter machen soll, die Angebote zu vergleichen und günstige von teuren Krediten zu unterscheiden.

Preisangabenverordnung Paragraf 6a

Die gesetzlichen Vorgaben für das repräsentative Beispiel sind fest in der Preisangabenverordnung verankert. Paragraf 6 befasst sich allgemein mit Krediten, Paragraf 6a mit der Werbung für Kreditverträge. Dort heißt es in Absatz 3: „Die […] Angaben sind mit einem Beispiel zu versehen. Bei der Auswahl des Beispiels muss der Werbende von einem effektiven Jahreszins ausgehen, von dem er erwarten darf, dass er mindestens zwei Drittel der auf Grund der Werbung zustande kommenden Verträge zu dem angegebenen oder einem niedrigeren effektiven Jahreszins abschließen wird.“ Verbraucher sind damit vor unangenehmen Überraschungen gefeit, die es bei den sogenannten Lock- oder Schaufensterangeboten immer wieder gegeben hatte.

Forderung der Verbraucherzentralen

Die Forderung, mit einem solchen Beispiel zu arbeiten, hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband bereits Anfang 2008 gestellt. In einem Arbeitspapier für eine „moderne Verbraucherkreditrichtlinie“ wird explizit darauf hingewiesen, dass die Standardinformationen durch ein repräsentatives Beispiel verdeutlicht werden müssen und diese Musterrechnung den Konditionen entsprechen muss, die nachweislich mindestens zwei Drittel der vertragsabschlussbereiten Verbraucher erhalten haben. Für Banken gilt es jetzt, mit offenen Karten zu spielen.

Beispiele

Genannt werden müssen: Der Sollzinssatz mit Hinweis darauf, ob er gebunden, veränderlich oder kombiniert ist, der Nettodarlehensbetrag, der effektive Jahreszins, mögliche sonstige Kosten, die im Falle eines Vertragsabschlusses zu entrichten sind, und die Vertragslaufzeit. Darüber verlangt die Preisangabenverordnung, „bei Teilzahlungsgeschäften die Sache oder Dienstleistung, den Barzahlungspreis sowie den Betrag der Anzahlung“ und „gegebenenfalls den Gesamtbetrag und den Betrag der Teilzahlungen“.

Hier zwei Muster für repräsentative Beispiele:

  • Maxda (Stand: 14. August 2012): Nettokreditbetrag: 10.000 Euro, Vertragslaufzeit 36 Monate, effektiver Jahreszins 8,90 Prozent, Sollzinssatz 5,26 Prozent (fest für die gesamte Laufzeit).
  • Bon-Kredit (Stand: 14. August 2012): Sollzinssatz 6,76% fest für die gesamte Laufzeit, effektiver Jahreszins: 9,95%, Nettokreditbetrag: 10.000 Euro, Vertragslaufzeit: 72 Monate.